Neuer Gesundheits-Campus soll das Angebot des Lindenau-Bads bereichern

Grafik neues Gebäude Lindenau-Bad

Das Lindenau-Bad wird um einen Anziehungspunkt reicher: Im mittlerweile leer stehenden Haus am Eingang, wo früher Restaurant und Kegelbahn untergebracht waren, entsteht ein Gesundheits-Campus des Hanauer Unternehmens AquaFitnessClub (AFC), der seit Jahren Kurse im Lindenbau-Bad gibt. Zur Jahresmitte 2019 soll der Betrieb beginnen und dabei Medizin, Sport, psychologische Hilfe sowie Ernährungsberatung kombinieren. Uwe Weier, Geschäftsführer der städtischen Bädergesellschaft, stellte die Pläne jetzt dem Ortsbeirat Großauheim/Wolfgang vor.
Für Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Hanau Bäder GmbH, ist der geplante Campus eine „hervorragende Ergänzung für den Gesundheitsstandort Hanau“. Jörg Kleinschmidt, als Diplom-Sportwissenschaftler und Sportpsychologe zusammen mit seiner Frau Bettina, Sport- und Biolehrerin, Betreiber des AFC, arbeitet mit dem Klinikum Hanau schon zusammen, um Menschen mit einer Stoffwechselstörung zu helfen. Dieses Krankheitsbild der sogenannten Adipositas soll zu den Schwerpunkten der AFC-Arbeit am Lindenau-Bad werden. Darüber hinaus nennt Kleinschmidt Rheumapatienten, Osteoporose-Betroffene und vor allem Menschen mit geschwollenem Unterhautfettgewebe an Beinen und/oder Armen (Lip-/Lymphödem) als Hauptzielgruppen.

Von links: Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Bettina und Jörg Kleinschmidt sowie Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier

Von links: Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Bettina und Jörg Kleinschmidt sowie Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier

„Das Wasser ist das Therapiemedium der Zukunft“, ist Kleinschmidt überzeugt. Daher passe die Kombination mit dem Lindenau-Bad, in dem der AFC seit fast 20 Jahren schon Kurse in Aqua-Cycling und Aqua-Joging anbietet. Er will im neuen Gesundheits-Campus ein „Zentrum für therapiebegleitende Bewegungsmaßnahmen im Rhein-Main-Gebiet“ aufbauen. Kooperationen sind neben dem Klinikum Hanau auch mit der Kerkhoff-Klinik Bad Nauheim und der Sana-Klinik Offenbach vorgesehen. Zwei Arztpraxen sollen im neuen zweistöckigen Gebäude unterkommen, ebenso eine Ausbildungsakademie, die unter anderem Ärzten Weiterbildung bietet. Zudem sollen Selbsthilfegruppen hier ein Domizil erhalten.
Einen Tagungsraum soll auch die Hanau Bäder GmbH beim neuen Nachbarn nutzen können. Lindenau-Bad und Gesundheits-Campus werden direkt miteinander verbunden, so dass trockenen Fußes das jeweils andere Gebäude erreichbar ist. Bäder-Geschäftsführer Weier legt Wert darauf, dass gesunde Snacks aus dem Catering des Gesundheits-Campus künftig auch in der Cafeteria des Lindenau-Bads erhältlich sind.
Bürgermeister Weiss-Thiel sieht im AFC-Projekt die „Chance zur Weiterentwicklung des Lindenau-Bads“. Ein privater Partner verhelfe der städtischen Gesellschaft zu einem „Alleinstellungsmerkmal“, trage alle Abriss- und Baukosten und zahle der Hanau Bäder GmbH Erbpacht. Das sei eine „win-win-Situation für alle Beteiligten“.
Im Herbst 2018 will Familie Kleinschmidt das bestehende Gebäude abreißen lassen. Auf eine zu errichtende Bodenplatte wird dann eine zweistöckige Hallenkonstruktion gesetzt. Die Fassade wird mit Holz verkleidet. Für den Neubau veranschlagt Kleinschmidt rund 600.000 Euro, zusätzlich circa 25.000 Euro für den neuen Übergang zum Hallenbad. Der Abriss des Bestandsgebäudes ist mit etwa 100.000 Euro kalkuliert. Die Erbpacht für rund 1000 Quadratmeter benötigte Fläche beträgt pauschal 6000 Euro pro Jahr, wobei die Höhe an den Lebenshaltungsindex angepasst wird. Der Vertrag zwischen AFC Und Hanau Bäder GmbH läuft über 30 Jahre mit zwei Optionen über je zehn Jahre.